Zwei Olympiaden, zwei Spitzenreiter: Polen und Tschechien übernehmen in Samarkand die Führung
Zwei Olympiaden, zwei neue Spitzenreiter: Polen und Tschechien setzen sich in Samarkand ab
Samarkand hat sich in diesen Tagen zu einem echten Zentrum des Weltschachs entwickelt. Die 46. FIDE-Schacholympiade ist offiziell gestartet, während die FIDE-Schacholympiade für Menschen mit Behinderungen in ihre entscheidende Phase eingetreten ist. Und gerade bei diesem Turnier gab es die größte Veränderung in der Tabelle: Nach der fünften Runde stehen gleich zwei Mannschaften gemeinsam an der Spitze.

Polen und Tschechien haben jeweils 9 Mannschaftspunkte gesammelt und teilen sich damit die Führung. Lange wird diese Konstellation allerdings nicht bestehen bleiben: Bereits in der sechsten Runde treffen die beiden Spitzenreiter am ersten Brett aufeinander.
Polen stoppt den Turnierfavoriten an der Spitze
Vor der fünften Runde war Kuba alleiniger Tabellenführer. Die Mannschaft hatte einen überzeugenden Start hingelegt und ging ungeschlagen in das Duell mit Polen.
Doch ausgerechnet die polnische Mannschaft konnte die Kubaner stoppen.
Das Match verlief äußerst spannend. Drei Partien endeten remis: Marcin Molenda teilte den Punkt mit Carlos Larduet Despaigne, Aleksander Czerwonski spielte gegen Hector Luis Fuentes de Feria remis, während Julia Salamon Idalis Batista Rivera nicht bezwingen konnte.
Die entscheidende Partie wurde am zweiten Brett gespielt. Pawel Pekelny besiegte Pedro Morales Romero und holte damit den entscheidenden Punkt für Polen.
Am Ende gewann Polen mit 2½:1½.
Für Kuba war dies die erste Mannschaftsniederlage des Turniers. Polen dagegen feierte einen wichtigen Sieg, der die Mannschaft an die Tabellenspitze brachte.
Tschechien wiederholt den Erfolg Polens
Auch die tschechische Mannschaft nutzte den Ausrutscher Kubas konsequent aus.
Tschechien traf auf Israel, und auch dieses Match verlief äußerst ausgeglichen. Drei Partien endeten mit einem Remis, sodass eine einzige entschiedene Partie über den Ausgang des gesamten Duells bestimmte.
Am vierten Brett besiegte Anna Ryvova Alexandra Alexandrova. Dank dieses Sieges gewann Tschechien das Match ebenfalls mit 2½:1½.
Damit haben Polen und Tschechien nach fünf Runden jeweils 9 Mannschaftspunkte und stehen erstmals gemeinsam an der Spitze der Tabelle.
Doch lange werden sie sich den ersten Platz nicht teilen müssen.
Das Topduell der sechsten Runde: Polen gegen Tschechien
Die fünfte Runde hat die Ausgangslage des Turniers komplett verändert.
Noch vor kurzer Zeit stand Kuba allein an der Spitze. Nun ist die kubanische Mannschaft auf den geteilten dritten Platz zurückgefallen, während zwei neue Spitzenreiter hervorgegangen sind.
Besonders spannend ist, dass die beiden Führenden nun direkt am Schachbrett aufeinandertreffen.
In der sechsten Runde spielt Polen gegen Tschechien am ersten Brett.
Beide Mannschaften sind bislang ungeschlagen. Damit wird dieses Duell mehr als nur eine weitere Runde sein – es ist praktisch das erste direkte Aufeinandertreffen der beiden Spitzenreiter.
Ein überzeugender Sieg würde einer der Mannschaften einen wichtigen Vorteil für die Schlussphase des Turniers verschaffen. Selbst ein Remis würde das Rennen um die Spitzenplätze jedoch weiterhin völlig offenhalten.
Wer setzt die Spitzenreiter unter Druck?
Der Vorsprung von Polen und Tschechien auf die Verfolger ist weiterhin äußerst knapp.
Nach fünf Runden haben drei Mannschaften jeweils 8 Mannschaftspunkte: die Philippinen, Kuba und IBCA. Drei weitere Teams liegen bei 7 Punkten: die USA, Usbekistan-1 und Indien.
Damit liegen zwischen dem ersten und dem achten Platz derzeit gerade einmal zwei Mannschaftspunkte.
Das sorgt für einen besonders engen Kampf um die Medaillen. Ein einziges Match kann die Position einer Mannschaft im oberen Tabellenbereich komplett verändern.
In der sechsten Runde trifft Kuba auf IBCA, die Philippinen spielen gegen die USA, während Usbekistan-1 auf Indien trifft. Praktisch jedes dieser Duelle kann Einfluss auf die Zusammensetzung der Spitzengruppe haben.
Zwei Olympiaden in einer Stadt
Die Besonderheit von Samarkand beschränkt sich jedoch nicht auf die sportliche Spannung.
Am 15. September wurde dort offiziell die 46. FIDE-Schacholympiade eröffnet. In der Open-Sektion nehmen 208 Mannschaften teil, in der Frauen-Sektion 192 – insgesamt also 400 Teams in den beiden Hauptwettbewerben. Damit wurde ein neuer Rekord aufgestellt.
Gleichzeitig nähert sich die Schacholympiade für Menschen mit Behinderungen ihrem Ende.
Samarkand ist damit faktisch Gastgeber von zwei Schacholympiaden zur gleichen Zeit. Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre: Spieler, Offizielle, Schiedsrichter, Organisatoren und freiwillige Helfer aus zwei großen internationalen Mannschaftswettbewerben kommen hier zusammen.
Für die Teilnehmer der Schacholympiade für Menschen mit Behinderungen hat dies eine besondere Bedeutung. Das Turnier ermittelt nicht nur die Sieger, sondern unterstreicht auch die Zugänglichkeit des Schachs für Spieler mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Vertreter der Organisatoren betonten, dass die Austragung zweier Olympiaden in derselben Stadt eine Grundlage für ähnliche Projekte in der Zukunft schaffen könnte.
Samarkand bereitet sich auf die entscheidende Phase vor
Nach fünf Runden hat sich die Situation an der Tabellenspitze dramatisch verändert.
Kuba, das erst vor Kurzem noch allein geführt hatte, liegt nun gemeinsam mit den Philippinen und IBCA auf dem geteilten dritten Platz. Polen und Tschechien haben ihre Chance genutzt und sich an die Spitze gesetzt.
Doch ihr Vorsprung ist keineswegs komfortabel.
Nur noch zwei Runden stehen bevor, und mehrere Mannschaften befinden sich in unmittelbarer Nähe der Spitzenreiter. Deshalb kommt der sechsten Runde eine besondere Bedeutung zu.
Polen gegen Tschechien ist das zentrale Duell der nächsten Runde. Der Sieger kann einen entscheidenden Schritt in Richtung Goldmedaille machen, während die Verfolger das Ergebnis genau beobachten und gleichzeitig um ihre eigenen Punkte kämpfen werden.
Samarkand hat einen neuen Spitzenreiter hervorgebracht – oder genauer gesagt: gleich zwei.
Jetzt stellt sich die Frage, welche Mannschaft dem Druck der entscheidenden Turnierphase am besten standhalten kann.
Die Antwort darauf wird bereits in der nächsten Runde sichtbar werden.