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Usbekistan schlägt Indien bei der Schacholympiade: Gukesh kann das Team nicht retten

Usbekistan besiegt Indien im Topspiel der Schacholympiade. Selbst Gukesh konnte die Niederlage nicht verhindern!

Die Schacholympiade in Samarkand lieferte genau das Duell, auf das die Schachfans gewartet hatten: Gastgeber Usbekistan traf auf den amtierenden Olympiasieger Indien. Dabei ging es um weit mehr als nur zwei Mannschaftspunkte – beide Teams waren vor der sechsten Runde noch ungeschlagen, und das direkte Duell konnte entscheidenden Einfluss auf den Kampf um Platz eins haben.

Am Ende setzte sich Usbekistan durch. Die Gastgeber besiegten Indien mit 2,5:1,5. Entscheidend war das Ergebnis am dritten Brett, an dem Nodirbek Yakubboev gegen Nihal Sarin gewann.

Das Duell zweier Olympiasieger

Das Aufeinandertreffen zwischen Usbekistan und Indien hatte einen besonderen Stellenwert. Usbekistan gewann die Schacholympiade 2022 in Chennai, während Indien 2024 in Budapest die Goldmedaille holte. Nun trafen die beiden Olympiasieger in Samarkand aufeinander – auf heimischem Boden für die usbekische Mannschaft.

Auch die Aufstellungen sprachen für ein Duell auf höchstem Niveau.

Indien trat mit Rameshbabu Praggnanandhaa, Arjun Erigaisi, Nihal Sarin und dem amtierenden Weltmeister Gukesh Dommaraju an. Usbekistan setzte auf Nodirbek Abdusattorov, Javokhir Sindarov, Nodirbek Yakubboev und Shamsiddin Vokhidov.

Es war ein Match, in dem praktisch jede einzelne Partie entscheidend werden konnte.

Abdusattorov – Praggnanandhaa: Die erste Punkteteilung

Am ersten Brett trafen zwei Vertreter der neuen Generation des Spitzenschachs aufeinander: Nodirbek Abdusattorov und Praggnanandhaa.

Praggnanandhaa spielte mit den schwarzen Steinen. Trotz eines umkämpften Verlaufs endete die Partie remis.

Abdusattorov – Praggnanandhaa – ½:½.

Damit blieb der Mannschaftskampf nach der ersten beendeten Partie ausgeglichen.

Auch Sindarov und Arjun finden keinen Sieger

Am zweiten Brett kam es zu einem weiteren hochkarätigen Duell: Javokhir Sindarov gegen Arjun Erigaisi.

Arjun hatte die weißen Steine, konnte seinen Anzugsvorteil jedoch nicht in einen Sieg ummünzen. Die Partie entwickelte sich allmählich zu einem schwierigen Endspiel, in dem keine der beiden Seiten einen entscheidenden Vorteil erzielen konnte.

Sindarov – Arjun Erigaisi – ½:½.

Nach zwei Remis lag das Schicksal des gesamten Mannschaftskampfs praktisch in den Händen der beiden noch laufenden Partien.

Nihal Sarin war dem Sieg nahe – dann änderte sich alles

Die größte Dramatik des Matches spielte sich in der Partie zwischen Nodirbek Yakubboev und Nihal Sarin ab.

Zunächst sah alles gut für Indien aus. Nihal erreichte eine sehr aussichtsreiche Stellung und schien dem Sieg nahe zu sein. Zudem verfügte er über einen Zeitvorteil.

Dann kam die entscheidende Wende.

Nihal unterlief ein Fehler, der Yakubboev eine taktische Möglichkeit eröffnete. Im 37. Zug erlaubte 37...Nf5?? dem usbekischen Großmeister eine Kombination mit einem Angriff auf die Dame.

Innerhalb weniger Züge wechselte der Vorteil vollständig die Seiten.

Yakubboev nutzte seine Chance konsequent und führte die Partie zum Sieg. Damit wurde genau diese Partie zum entscheidenden Faktor im gesamten Mannschaftskampf.

Und was war mit Gukesh?

Am vierten Brett spielte der amtierende Weltmeister Gukesh gegen Shamsiddin Vokhidov.

Für Indien war diese Partie potenziell von enormer Bedeutung: Hätte Gukesh gewonnen und Nihal gleichzeitig verloren, wäre der Mannschaftskampf mit einem Unentschieden geendet. Doch Gukesh konnte den entscheidenden Punkt für Indien nicht holen.

Die Partie endete remis.

Damit konnte auch Gukesh die Niederlage Indiens nicht mehr verhindern.

Vokhidov – Gukesh – ½:½.

Endstand: Usbekistan 2,5:1,5 Indien

Die Ergebnisse des Mannschaftskampfs:

* Nodirbek Abdusattorov – Rameshbabu Praggnanandhaa – ½:½

* Javokhir Sindarov – Arjun Erigaisi – ½:½

* Nodirbek Yakubboev – Nihal Sarin – 1:0

* Shamsiddin Vokhidov – Gukesh – ½:½

Endstand: Usbekistan 2,5:1,5 Indien.

Für Indien war es die erste Niederlage bei dieser Olympiade. Usbekistan übernahm dagegen mit einer perfekten Bilanz die alleinige Tabellenführung – sechs Siege aus sechs Mannschaftskämpfen und 12 Mannschaftspunkte.

Usbekistan setzt seinen perfekten Lauf fort

Besonders beeindruckend war, dass die Gastgeber nach dem Sieg gegen Indien nicht nachließen.

In der siebten Runde besiegte Usbekistan Slowenien mit 3,5:0,5, bevor die Gastgeber in der achten Runde China mit 3:1 bezwangen. Nach sieben Runden war Usbekistan weiterhin das einzige Team mit einer makellosen Mannschaftsbilanz. Mit dem Sieg gegen China blieb die perfekte Serie bei 7 Siegen aus 7 Begegnungen.

Auch an den einzelnen Brettern zeigte die usbekische Mannschaft eine bemerkenswerte Konstanz. Nach sieben Runden hatte das Gastgeberteam noch keine einzige Partie verloren.

Eine Niederlage, die für Indien teuer werden könnte

Indien war nach Samarkand als amtierender Olympiasieger gereist. Zudem gehörte die Mannschaft zu den Teams, die erneut um den Olympiasieg kämpfen wollten.

Das Duell gegen Usbekistan zeigte jedoch, wie schmal die Grenze zwischen Sieg und Niederlage bei einem Mannschaftswettbewerb sein kann.

Drei der vier Partien endeten remis. Letztlich entschied ein einziger Moment – der Fehler von Nihal Sarin in einer Partie, die sich nur wenige Minuten zuvor noch äußerst vielversprechend für den indischen Spieler entwickelt hatte.

Genau das macht die Schacholympiade so besonders: Eine Mannschaft kann über vier Weltklassespieler verfügen, doch der Ausgang des gesamten Mannschaftskampfs kann durch einen einzigen taktischen Moment entschieden werden.

Das wichtigste Fazit

Das Duell zwischen Usbekistan und Indien wurde zu einem der zentralen Ereignisse der Schacholympiade in Samarkand. Die Gastgeber besiegten nicht nur den amtierenden Olympiasieger, sondern setzten sich in einem extrem engen Mannschaftskampf durch, in dem drei der vier Partien remis endeten.

Gukesh spielte remis. Praggnanandhaa spielte remis. Arjun spielte remis. Und Nodirbek Yakubboev machte den Unterschied.

Anschließend setzte Usbekistan seine Siegesserie fort und unterstrich damit, dass die Heim-Olympiade für das Gastgeberteam zu einem Turnier mit außergewöhnlich hohen Erwartungen geworden ist. Indien musste dagegen nach der ersten Niederlage weiterkämpfen – mit wenig Spielraum für weitere größere Fehler.