Total Chess World Championship Tour: Sechs weitere Stars spielen in Budapest
Total Chess World Championship Tour präsentiert sechs weitere Stars für Pilotturnier in Budapest
Die Schachwelt setzt ihre Experimente mit neuen Wettbewerbsformaten fort. Im November 2026 wird Budapest Gastgeber des Pilotturniers der Total Chess World Championship Tour sein – eines Projekts, das drei verschiedene Disziplinen miteinander verbindet: Fast Classic, Rapid und Blitz.

Am 23. September haben die Organisatoren die letzten sechs Teilnehmer bekannt gegeben und damit das 24-köpfige Feld für das Pilotturnier komplettiert. Zu den bereits angekündigten Stars kommen Levon Aronian, Lê Quang Liêm, Jorden van Foreest, Abhimanyu Mishra, Shakhriyar Mamedyarov und Andrew Hong hinzu.
Sechs neue Namen
Die letzten sechs Namen verleihen dem Teilnehmerfeld zusätzliche Tiefe und bringen Spieler mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Spielstilen zusammen.
Levon Aronian gehört zu den bekanntesten Großmeistern seiner Generation. Der in Armenien geborene US-Amerikaner war über viele Jahre Teil der Weltelite und verfügt über umfangreiche Erfahrung bei Turnieren auf höchstem Niveau.
Lê Quang Liêm vertritt Vietnam und ist ebenfalls seit vielen Jahren in der Weltspitze etabliert. Seine Teilnahme dürfte besonders interessant werden, da das Format einen schnellen Wechsel zwischen unterschiedlichen Bedenkzeiten verlangt.
Jorden van Foreest ist ein niederländischer Großmeister, der den Fans der europäischen Spitzenschachszene bestens bekannt ist.
Abhimanyu Mishra steht für die jüngere Generation im internationalen Schach. Im September 2026 belegt er Platz 96 der Weltrangliste und ist weiterhin der jüngste Großmeister der Schachgeschichte.
Shakhriyar Mamedyarov gehört zu den erfahrensten Spielern des Teilnehmerfeldes. Der Großmeister aus Aserbaidschan liegt im September 2026 auf Platz 22 der FIDE-Weltrangliste.
Vervollständigt wird die Gruppe durch Andrew Hong aus den USA, der zum Zeitpunkt der Bekanntgabe auf Platz 152 der Weltrangliste geführt wurde.
Damit treffen in Budapest Erfahrung, Jugend und unterschiedliche schachliche Traditionen aufeinander.
24 starke Spieler treten in Budapest an
Mit der Bekanntgabe der letzten Teilnehmer ist das Feld des Pilotturniers nun vollständig.
Im Mittelpunkt steht weiterhin Magnus Carlsen, der die Spitze der FIDE-Weltrangliste anführt. Zum Teilnehmerfeld gehören außerdem Fabiano Caruana, Wesley So, Vincent Keymer, Nodirbek Abdusattorov, Rameshbabu Praggnanandhaa, Arjun Erigaisi, Anish Giri, Alireza Firouzja, Jan-Krzysztof Duda, Richard Rapport, Hans Niemann, Ian Nepomniachtchi und Maxime Vachier-Lagrave.
Auch zwei Spielerinnen aus dem Frauenschach sind dabei: Bibisara Assaubayeva und Vaishali Rameshbabu.
Das Teilnehmerfeld vereint damit aktuelle Spitzenreiter der Weltrangliste, erfahrene Spieler mit Weltmeisterschaftserfahrung, junge Talente sowie Spezialisten mit großer Erfahrung in den schnellen Disziplinen.
Drei Formate in einer Meisterschaft
Das Besondere an Total Chess liegt nicht nur in der Besetzung, sondern vor allem im ungewöhnlichen Wettbewerbsformat.
Das von Norway Chess entwickelte und von der FIDE genehmigte Projekt soll den FIDE World Combined Champion ermitteln – einen Champion, der seine Stärke in drei unterschiedlichen Schachformaten unter Beweis stellt.
Zum Programm gehören:
* Fast Classic – 45 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug;
* Rapid – 15 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug;
* Blitz – 3 Minuten plus 2 Sekunden pro Zug.
Die Kombination dieser drei Bedenkzeiten unterscheidet den Wettbewerb deutlich von klassischen Schachturnieren.
Wer erfolgreich sein will, kann sich nicht ausschließlich auf seine Stärken im klassischen oder schnellen Schach verlassen. Gefragt ist vielmehr die Fähigkeit, sich an völlig unterschiedliche Spielgeschwindigkeiten und strategische Anforderungen anzupassen.
So läuft das Pilotturnier ab
Die 24 Teilnehmer werden in Budapest in vier Gruppen mit jeweils sechs Spielern aufgeteilt. In der Gruppenphase wird ein Doppelrundenturnier gespielt.
Jeder Teilnehmer bestreitet zehn Partien im Fast Classic. Ein Sieg bringt drei Punkte, ein Remis einen Punkt. Vor der eigentlichen Hauptphase findet außerdem ein Blitzturnier über neun Runden statt, das bei Punktgleichheit zur Bestimmung der Platzierungen herangezogen wird.
Anschließend geht es in die K.-o.-Phase.
Hier zeigt sich die besondere Struktur von Total Chess besonders deutlich: Jede Play-off-Begegnung wird über zwei Tage ausgetragen und umfasst alle drei Disziplinen – vier Blitzpartien, zwei Rapidpartien und eine Fast-Classic-Partie.
Die einzelnen Disziplinen werden dabei unterschiedlich gewichtet. Sollte ein Match unentschieden enden, wird der Sieger in einer Armageddon-Partie ermittelt.
Warum Budapest für das Projekt wichtig ist
Das Pilotturnier findet vom 10. bis 20. November 2026 im renommierten Anantara New York Palace Budapest statt.
Budapest bietet dafür einen passenden Rahmen. Die ungarische Hauptstadt blickt auf eine lange Schachtradition zurück und war bereits Gastgeber bedeutender internationaler Wettbewerbe, darunter der Schacholympiade 2024.
Nun soll Budapest als eine Art Testlabor für ein neues Format des professionellen Schachs dienen.
Die Organisatoren können dabei nicht nur die sportliche Seite des Konzepts überprüfen. Auch die Frage, wie Zuschauer einen Wettbewerb verfolgen, in dem sich Bedenkzeiten, strategische Anforderungen und das Spieltempo ständig verändern, wird eine wichtige Rolle spielen.
Was kommt nach dem Pilotturnier?
Das Turnier in Budapest ist nicht als Endpunkt von Total Chess gedacht. Es soll vielmehr als erster praktischer Test vor dem geplanten Start einer globalen Tour im Jahr 2027 dienen.
Die zukünftige Total Chess World Championship Tour soll in mehreren Städten weltweit stattfinden und führende Spieler in einer Serie von Wettbewerben zusammenbringen. Die vier besten Spieler der Tour sollen sich für das Grand Final qualifizieren, bei dem der erste FIDE World Combined Champion ermittelt wird.
Die Organisatoren wollen damit eine neue Form der Meisterschaft etablieren – einen Wettbewerb, bei dem nicht allein die Stärke in einer einzelnen Disziplin entscheidend ist, sondern die Vielseitigkeit eines Spielers über mehrere Formate hinweg.
Ein neues Schachexperiment beginnt in Budapest
Mit Aronian, Lê Quang Liêm, van Foreest, Mishra, Mamedyarov und Hong ist das 24-köpfige Teilnehmerfeld nun komplett. Damit richtet sich der Blick nicht mehr auf die Frage, wer teilnehmen wird, sondern darauf, wie sich das neue System in der Praxis bewährt.
Magnus Carlsen, Fabiano Caruana, Nodirbek Abdusattorov, Arjun Erigaisi, Levon Aronian, Shakhriyar Mamedyarov und junge Talente wie Abhimanyu Mishra werden in Budapest im selben Wettbewerb antreten. Über den Ausgang ihrer Matches entscheidet jedoch nicht nur eine einzelne Disziplin. Die Spieler müssen sich vielmehr in drei unterschiedlichen Formaten behaupten.
Am 10. November beginnt in Budapest der erste offizielle Test von Total Chess. Die Ergebnisse werden zeigen, wie tragfähig die Idee ist, klassisches Schach, Rapid und Blitz in einer einzigen Meisterschaft miteinander zu verbinden. Im Jahr 2027 wird sich anschließend zeigen, ob sich das Experiment zu einer vollwertigen internationalen Schachtour weiterentwickeln kann.