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Sergei Karjakin nennt den Favoriten für das Match Sindarow – Gukesh

Sergey Karjakin nennt seinen Favoriten für das WM-Match zwischen Sindarov und Gukesh

Der bevorstehende Weltmeisterschaftskampf im Schach entwickelt sich bereits zu einem der wichtigsten Ereignisse des Schachkalenders 2026. Der amtierende Weltmeister Gukesh Dommaraju trifft auf den usbekischen Herausforderer Javokhir Sindarov, der im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Aufstieg an die Weltspitze hingelegt hat.

Сергей Карякин назвал Синдарова фаворитом матча с Гукешем

Der russische Großmeister Sergey Karjakin hat seine Einschätzung zum bevorstehenden Duell abgegeben. Seiner Ansicht nach sollte Sindarov derzeit als Favorit auf den Matchsieg gelten.

Karjakin setzt auf Sindarov

Karjakin verwies auf die beeindruckende Formkurve des usbekischen Spielers. Zu den wichtigsten Argumenten zählte er Sindarovs jüngste große Erfolge – den Sieg beim Weltcup und den ersten Platz im Kandidatenturnier.

„Sindarov ist der Favorit“, sagte Karjakin mit Blick auf den bevorstehenden Weltmeisterschaftskampf.

Gleichzeitig betonte der Großmeister eine wichtige Besonderheit von Weltmeisterschaftsmatches: Frühere Ergebnisse garantieren nichts, sobald der eigentliche Zweikampf beginnt. Wenn der Kampf um den Titel startet, bleibt die bisherige Turniergeschichte außerhalb des Brettes. Entscheidend werden dann die Vorbereitung, die psychische Stabilität und die Fähigkeit sein, dem Druck standzuhalten.

Sindarovs Weg zum Weltmeisterschaftskampf

Die jüngsten Ergebnisse von Javokhir Sindarov zeigen tatsächlich einen bedeutenden Durchbruch in seiner Karriere.

2025 gewann Sindarov den Weltcup, ohne eine einzige Partie im klassischen Schach zu verlieren. Im Finale setzte er sich gegen den chinesischen Großmeister Wei Yi durch. Dieser Erfolg sicherte ihm die Teilnahme am Kandidatenturnier.

2026 gewann der Usbeke anschließend auch das Kandidatenturnier selbst. Sindarov sicherte sich den ersten Platz bereits vor der letzten Runde und wurde damit zum ersten Vertreter Usbekistans, dem es gelang, das Turnier in seinem modernen Format zu gewinnen.

Sein Weg zum Weltmeisterschaftskampf war damit nahezu perfekt: zunächst der Weltcup, anschließend der Sieg im Kandidatenturnier und nun das Duell mit dem amtierenden Weltmeister.

Warum Karjakin von einer „einzigartigen Chance“ spricht

Für Sindarov bedeutet dieser Kampf weit mehr als nur einen gewöhnlichen sportlichen Wettstreit.

Sollte er gewinnen, wäre er der erste Vertreter Usbekistans, der den Weltmeistertitel im klassischen Schach erringt. Karjakin sieht in dieser historischen Dimension einen zusätzlichen Motivationsfaktor.

Gleichzeitig steht Sindarov vor einer großen Herausforderung: Er muss seine hervorragende Turnierform über die lange Distanz eines Weltmeisterschaftsmatches bestätigen. Ein starkes Turnier allein reicht hier nicht aus. Ein Titelkampf erfordert eine besondere Vorbereitung, da beide Spieler die Möglichkeit haben, ihren Gegner intensiv zu studieren und für einzelne Partien konkrete Varianten vorzubereiten.

Und was ist mit Gukesh?

Der amtierende Weltmeister geht nach einer schwierigen Phase in die Titelverteidigung.

Gukesh gewann 2024 den Weltmeistertitel, nachdem er sich im WM-Match gegen Ding Liren durchgesetzt hatte. Seine Ergebnisse im Jahr 2026 waren jedoch deutlich weniger konstant. Bei Norway Chess belegte der indische Großmeister den letzten Platz, während seine Elo-Zahl bis September auf 2703 gefallen war – deutlich unter seinem Höchststand von 2794, den er im Oktober 2024 erreicht hatte.

Die aktuelle Form des Weltmeisters ist daher zu einem der Argumente zugunsten Sindarovs geworden. Karjakin merkte an, dass Gukesh derzeit nicht seine beste Form zeigt. Für den Herausforderer sei es deshalb wichtig, diese Gelegenheit zu nutzen.

Gleichzeitig lässt sich Gukeshs Situation nicht allein anhand seiner Elo-Zahl oder der Ergebnisse der vergangenen Turniere beurteilen. In einem Weltmeisterschaftsmatch kann der Titelverteidiger seine Vorbereitung vollständig neu ausrichten und sich mit einer völlig anderen Strategie gezielt auf einen bestimmten Gegner einstellen.

Sindarov ist nicht der Einzige mit dieser Einschätzung

Interessanterweise äußerte sich zuletzt auch Magnus Carlsen in ähnlicher Weise. Der norwegische Ex-Weltmeister bezeichnete Sindarov als klaren Favoriten für das bevorstehende Duell, betonte zugleich aber das enorme Potenzial von Gukesh.

Damit ergibt sich vor dem Match eine interessante Ausgangslage: Gukesh bleibt der amtierende Weltmeister, doch mehrere führende Schachspieler lenken den Blick auf die aktuelle Form des Herausforderers.

Die entscheidende Frage: Kann Sindarov seinen Aufstieg fortsetzen?

Auf dem Papier ist Sindarovs Entwicklung beeindruckend: der Sieg beim Weltcup, anschließend der Triumph im Kandidatenturnier und nun die Qualifikation für den Weltmeisterschaftskampf. Doch jetzt wartet der schwierigste Teil seines Weges.

Gukesh weiß bereits, was es bedeutet, unter enormem Druck um den Weltmeistertitel zu spielen. 2024 setzte er sich gegen Ding Liren durch und wurde Weltmeister. Nun muss er seinen Titel gegen einen Gegner verteidigen, der mit einer außergewöhnlich starken Erfolgsserie in den Kampf geht.

Genau deshalb sind Karjakins Aussagen weniger als endgültige Prognose interessant, sondern vielmehr als Einschätzung des aktuellen Kräfteverhältnisses.

Ein Match, das Geschichte schreiben könnte

Das bevorstehende Duell zwischen Sindarov und Gukesh ist auch mit Blick auf das Alter der Spieler und die sich verändernde Geografie des Spitzenschachs von besonderer Bedeutung. Zwei Vertreter der neuen Generation treffen im Weltmeisterschaftsmatch aufeinander, und der Sieger wird das nächste Kapitel im Kampf um die Schachkrone prägen.

Nach aktuellem Stand soll der Wettkampf Ende November beziehungsweise im Dezember 2026 in der Schweiz stattfinden. Die FIDE hat Collonge-Bellerive in der Nähe von Genf als Austragungsort ausgewählt.

Für Sindarov bietet sich damit die Möglichkeit, seinen außergewöhnlichen Aufstieg mit dem wichtigsten Titel im Schach zu krönen. Für Gukesh ist es die Chance zu zeigen, dass die schwierige Phase hinter ihm liegt, und seinen Status als amtierender Weltmeister zu bestätigen.

Karjakin hat seine Einschätzung der aktuellen Form bereits abgegeben: Sindarov geht als Favorit in den Weltmeisterschaftskampf. Doch wie immer im Schach wird die endgültige Antwort nicht von Elo-Zahlen, Statistiken oder Prognosen von Großmeistern gegeben, sondern von den Partien am Weltmeisterschaftsbrett.