Kasachstan gewinnt 7 Goldmedaillen bei der Weltmeisterschaft U7–U17 2026
Sieben Goldmedaillen: Kasachstan dominiert die U7–U17-Weltmeisterschaft in Roquetas de Mar
Bei einer Weltmeisterschaft für junge Schachtalente lässt sich der Ausgang nur selten vorhersagen. Wertungszahlen spiegeln die tatsächliche Spielstärke nicht immer wider, Favoriten lassen Punkte liegen, und ein einziger präziser Zug kann den Turnierverlauf verändern. Wenn jedoch die Teilnehmer eines Landes mehr als die Hälfte aller Titel gewinnen, spricht das Ergebnis für sich.

Genau das gelang Kasachstan bei der U7–U17-Schachweltmeisterschaft im spanischen Roquetas de Mar. Mit 13 Medaillen – siebenmal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze – sicherte sich das Land souverän den ersten Platz im Medaillenspiegel. Hinter diesen Zahlen stehen Siege in mehreren Altersklassen und Einzelleistungen, die einen genaueren Blick verdienen.
Ein Turnier mit Teilnehmern aus 82 Ländern
Die Weltmeisterschaft brachte 721 Spielerinnen und Spieler aus 82 Ländern zusammen. Im Evenia Zoraida kämpften die jungen Talente in zwölf Wettbewerben um die Medaillen: in den offenen Gruppen und bei den Mädchen, jeweils in den Altersklassen U7, U9, U11, U13, U15 und U17. Nach elf Runden wurden die Teilnehmer und Medaillengewinner bei der Abschlussfeier geehrt.
Eine Besonderheit war die Bedenkzeit: 45 Minuten pro Spieler und Partie zuzüglich 30 Sekunden pro Zug. Die FIDE stellte dieses gewertete Format als Fast Classical vor – eine kürzere Variante des klassischen Schachs. Sie bietet Raum für tiefgründige Partien, verlangt jedoch zugleich schnellere Entscheidungen und einen sorgfältigen Umgang mit der verfügbaren Zeit.
Kasachstans sieben Weltmeister
Die kasachischen Nachwuchstalente gewannen vier offene Wettbewerbe und drei Mädchenturniere.
Kategorie | Siegerin oder Sieger | Punkte aus 11 |
|---|---|---|
Offene Klasse U7 | Makar Chernyshov | 9 |
Offene Klasse U11 | Amirzhan Anetov | 9,5 |
Offene Klasse U13 | Danis Kuandykuly | 10,5 |
Offene Klasse U15 | Aldiyar Zhauynbay | 9 |
Mädchen U7 | Leila Aldazharova | 9 |
Mädchen U9 | Amaliya Yedresheva | 8,5 |
Mädchen U11 | Milana Filippova | 11 |
Silber gewannen Alima Akimkhan und Aldiyar Zharas. Die Bronzemedaillen gingen an Rauan Bakhyt, Alimzhan Zhauynbay, Aiaru Altynbek und Mariya Kholyavko.
Milana Filippova: elf Partien, elf Siege
Für das herausragende Ergebnis sorgte Milana Filippova, die in der Mädchenklasse U11 sämtliche Partien gewann. Ihre nächste Verfolgerin beendete das Turnier mit acht Punkten. Damit lag die Weltmeisterin bemerkenswerte drei Punkte vor der Konkurrenz.
Fast ebenso dominant spielte Danis Kuandykuly: In der offenen Klasse U13 erreichte er 10,5 Punkte aus elf Partien und verwies den Silbermedaillengewinner mit eineinhalb Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz.
Über eine Distanz von elf Runden sind solche Ergebnisse besonders beeindruckend. Eine einzelne brillante Kombination reicht dafür nicht aus. Wer dieses Niveau halten will, muss auch nach Siegen konzentriert bleiben, dem Druck standhalten und sich in jeder Partie neu auf die Aufgaben des Gegners einstellen.
Für junge Spieler ist das zugleich eine Prüfung ihrer Selbstständigkeit. Sobald die Partie beginnt, kann kein Trainer mehr erklären, wann ein Angriff sinnvoll ist, ob Figuren getauscht werden sollten oder wie sich ein Vorteil verwerten lässt.
Warum dieser Erfolg über den Medaillenspiegel hinausgeht
Das Besondere am kasachischen Abschneiden war die Breite des Erfolgs. Die Titel verteilten sich auf mehrere Altersklassen, und sowohl in den offenen Wettbewerben als auch bei den Mädchen gab es Medaillen.
Das spricht für eine starke Gruppe junger Talente. Um die Ergebnisse allein auf Schachschulen, Trainer oder bestimmte Förderprogramme zurückzuführen, wären allerdings weitere Belege nötig. Klar gezeigt hat das Turnier vor allem eines: Die kasachischen Teilnehmer konnten ihr Potenzial auf internationaler Bühne in konkrete Ergebnisse umsetzen.
Weltmeistertitel im Nachwuchsbereich garantieren jedoch keine späteren Erfolge im Erwachsenenschach. Die nächste Entwicklungsstufe verlangt tiefere Kenntnisse, die Auseinandersetzung mit stärkeren Gegnern und die Fähigkeit, unvermeidliche Rückschläge zu verarbeiten.
Nach der Siegerehrung geht die Arbeit weiter
Roquetas de Mar wurde für Kasachstan zum Schauplatz eines großen Schacherfolgs. Für die jungen Weltmeister reicht die Bedeutung des Turniers jedoch über die Medaillen hinaus. Sie haben erlebt, wie es ist, um einen WM-Titel zu kämpfen – und wissen nun, dass sie dieser Herausforderung gewachsen sind.
Heute stehen ihre Namen in ihren Altersklassen ganz oben in den WM-Tabellen. Die nächste Aufgabe besteht darin, sich weiterzuentwickeln, wenn die Gegner stärker werden und Siege schwerer fallen. Dieser Weg wird zeigen, welche Fortsetzung die sieben in Spanien gewonnenen Goldmedaillen finden.