European Club Cup 2026: Ergebnisse des Turniers in Budva
Gold dank besserer Feinwertung: Die Sieger des European Club Cups in Budva stehen fest
Ein Sieg im letzten Mannschaftskampf bedeutet noch lange nicht den Turniersieg. Manchmal müssen die Teams nach dem Ende ihrer Partien auf die Nachbarbretter schauen und die Feinwertung vergleichen. Genau so fiel die Entscheidung beim European Club Cup im montenegrinischen Budva: Sowohl im offenen Wettbewerb als auch im Frauenturnier beendeten die beiden besten Mannschaften das Turnier mit gleich vielen Mannschaftspunkten.

Der türkische Bayegan Pendik Sports Chess Club gewann den offenen Wettbewerb. Bei den Frauen verteidigte der Cercle d’Échecs de Monte-Carlo aus Monaco seinen Titel. Die letzten Partien wurden am 23. Oktober 2026 gespielt.
Teilnehmerrekord an der Adriaküste
Budva war gleichzeitig Austragungsort des 41. European Club Cups und des 30. European Club Cups der Frauen. In beiden Wettbewerben wurden über sieben Runden im Schweizer System die stärksten Vereinsmannschaften des Kontinents ermittelt.
Insgesamt gingen 130 Teams an den Start: 108 im offenen Wettbewerb und 22 im Frauenturnier. Damit wurde ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. Ein Jahr zuvor waren auf Rhodos 122 Mannschaften dabei gewesen. Gespielt wurde vom 17. bis 23. Oktober im Komplex Slovenska Plaza.
Das Mannschaftsformat sorgt für eine besondere Spannung. Das Ergebnis der eigenen Partie ist immer mit dem Geschehen an den Brettern der Teamkollegen verbunden: Ein Remis kann den Mannschaftssieg sichern, während eine einzige Niederlage die Anstrengungen des gesamten Teams zunichtemachen kann.
Giri und Tabatabaei sichern Bayegan Pendik den entscheidenden Sieg
Vor der Schlussrunde des offenen Wettbewerbs teilten sich Bayegan Pendik, der rumänische Verein SuperChess und das tschechische Team Novy Bor die Führung. Die türkische und die rumänische Mannschaft trafen im direkten Duell aufeinander.
Bayegan Pendik gewann den Mannschaftskampf mit 3½:2½. Anish Giri besiegte Nodirbek Abdusattorov, während Amin Tabatabaei gegen Haik Martirosyan gewann. Für SuperChess punktete Jorden van Foreest mit einem Sieg über Yağız Kaan Erdoğmuş. Die übrigen drei Partien endeten remis.
Am Nachbartisch setzte sich Novy Bor mit 4½:1½ gegen Elektroprivreda aus Montenegro durch. Nihal Sarin, Pentala Harikrishna und David Navara steuerten die Siege bei.
Beide Titelanwärter kamen auf 13 Mannschaftspunkte. Dank der besseren Feinwertung ging Gold jedoch an Bayegan Pendik.
Platz | Verein | Land | Mannschaftspunkte |
|---|---|---|---|
1 | Bayegan Pendik | Türkei | 13 |
2 | Novy Bor | Tschechien | 13 |
3 | Rishon LeZion A | Israel | 12 |
Bronze sicherte sich der israelische Verein Rishon LeZion A mit einem Mannschaftspunkt Rückstand auf das Spitzenduo.
Monte-Carlo verteidigt den Titel
Auch im Frauenturnier lagen vor der letzten Runde drei Mannschaften gemeinsam an der Spitze: Cercle d’Échecs de Monte-Carlo, CE Gambit Bonnevoie aus Luxemburg und Odlar Yurdu aus Aserbaidschan.
Der Verein aus Monaco beendete das Turnier mit einem souveränen 4:0 gegen den georgischen David Jojua Chess Club. Gambit Bonnevoie besiegte das serbische Team Crvena Zvezda mit 2½:1½ und erreichte ebenfalls zwölf Mannschaftspunkte. Die bessere Feinwertung gab jedoch den Ausschlag für Monte-Carlo.
Für Odlar Yurdu endete die Schlussrunde mit dem Verlust eines Medaillenplatzes. Durch die ½:3½-Niederlage gegen Sirmium Sremska Mitrovica konnte der serbische Verein nach Mannschaftspunkten gleichziehen und dank besserer Feinwertung vorbeiziehen.
Platz | Verein | Land | Mannschaftspunkte |
|---|---|---|---|
1 | Cercle d’Échecs de Monte-Carlo | Monaco | 12 |
2 | CE Gambit Bonnevoie | Luxemburg | 12 |
3 | Sirmium Sremska Mitrovica | Serbien | 10 |
Platz vier öffnet eine weitere Tür
Für SuperChess bedeutete die Niederlage im entscheidenden Mannschaftskampf den vierten Platz. Dennoch sicherte sich das Team etwas Wertvolles für die Zukunft: einen Startplatz in der erstmals ausgetragenen Europäischen Superliga.
Gleich sechs Vereine beendeten das Turnier mit elf Mannschaftspunkten und konkurrierten damit um Rang vier. Die rumänische Mannschaft setzte sich dank der besseren Feinwertung gegen ihre Rivalen durch.
Ein Pokal, bei dem der gesamte Turnierverlauf zählt
Die Entscheidung in Budva zeigte, warum sich Mannschaftsschach nicht auf einen einzelnen spektakulären Sieg reduzieren lässt. Giri und Tabatabaei entschieden den letzten Mannschaftskampf ihres Vereins. Über die Verteilung der Medaillen bestimmten jedoch die Ergebnisse des gesamten Turniers.
Die Schlussrunde brachte den Siegern die nötigen Punkte. Ihre Ergebnisse aus den vorherigen Runden entschieden darüber, wer Gold mit nach Hause nahm. Deshalb tragen zu einem Vereinserfolg immer mehr Spieler bei, als ein Blick auf die entscheidenden Partien vermuten lässt.