Die Commonwealth Chess Association und Chessveda fördern den digitalen Schachsport
Commonwealth Chess Association kooperiert mit Chessveda zur Erweiterung des digitalen Schachs
Schach bewegt sich zunehmend über den traditionellen Turniersaal hinaus. Online-Plattformen ermöglichen es Spielern aus verschiedenen Ländern, sich am selben Brett zu begegnen, an Turnieren teilzunehmen, zu trainieren und unabhängig von der Entfernung neue Gegner zu finden. Die Commonwealth Chess Association (CCA) geht nun einen weiteren Schritt in diese Richtung und hat eine Partnerschaft mit Chessveda, einer digitalen Schachplattform, geschlossen.
Die Vereinbarung wurde am 23. September 2026 in Samarkand am Rande der 46. Schacholympiade unterzeichnet. Unterzeichnet wurde das Dokument vom CCA-Vorsitzenden Bharat Singh Chauhan und dem Vorsitzenden von Chessveda, Nandan Jha. An der Zeremonie nahmen Vertreter der Schachverbände der Commonwealth-Staaten, Großmeister, Internationale Meister sowie weitere Mitglieder der internationalen Schachgemeinschaft teil.
Vom klassischen Brett zum digitalen Ökosystem
Das zentrale Ziel der neuen Partnerschaft besteht darin, die Möglichkeiten für Spieler und Schachgemeinschaften in den Commonwealth-Staaten durch digitale Formate zu erweitern.
CCA und Chessveda planen, gemeinsam Online-Turniere, Schacholympiaden, Meisterschaften und weitere Veranstaltungen zu organisieren, die Teilnehmer aus verschiedenen Ländern zusammenbringen können. Besonders wichtig ist dabei der Wegfall geografischer Grenzen: Spieler müssen nicht unbedingt in ein anderes Land reisen, um gegen neue Gegner anzutreten oder an internationalen Wettbewerben teilzunehmen.
Gleichzeitig soll die Partnerschaft das klassische Schach nicht durch Online-Formate ersetzen. Vertreter der CCA betonen, dass digitale Initiativen traditionelle Präsenzturniere ergänzen und zusätzliche Möglichkeiten zur Teilnahme schaffen sollen.
„Digitale Plattformen eröffnen neue Möglichkeiten für die Teilnahme am Schach“, erklärte der CCA-Vorsitzende Bharat Singh Chauhan.
Welche Möglichkeiten die Partnerschaft eröffnet
Die Zusammenarbeit soll mehrere Bereiche umfassen.
Online-Turniere
Ein wichtiger Schwerpunkt wird der Online-Wettbewerb sein. Dieses Format ermöglicht es, Spieler aus verschiedenen Commonwealth-Staaten zusammenzubringen, ohne dass Reisen und Unterbringung organisiert werden müssen.
Insbesondere für junge Schachspieler können regelmäßige Online-Turniere eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Wettkampferfahrung zu sammeln und mit Spielern aus unterschiedlichen Schachkulturen in Kontakt zu kommen.
Online-Olympiaden und Meisterschaften
Chessveda hat außerdem Pläne für die Durchführung von Online-Olympiaden und weiteren großen internationalen Meisterschaften angekündigt. Derzeit handelt es sich dabei um Bereiche, die beide Organisationen gemeinsam entwickeln wollen, und noch nicht um einen konkret bestätigten Turnierkalender.
Sollten solche Projekte weiterentwickelt werden, könnte die digitale Umgebung zu einer weiteren Ebene des internationalen Schachwettbewerbs werden.
Hybride Formate
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch hybriden Veranstaltungen, die Präsenz- und Online-Teilnahme miteinander verbinden. Ein solcher Ansatz könnte die Reichweite von Turnieren erhöhen und Spielern sowie Schachgemeinschaften, die nicht physisch vor Ort sein können, die Teilnahme an ausgewählten Veranstaltungen ermöglichen.
CCA und Chessveda wollen gemeinsam geeignete Formate für Turniere, Meisterschaften und weitere Schachinitiativen entwickeln.
Chessveda: Mehr als nur Online-Schach
Chessveda versteht sich als integrierte digitale Schachplattform. Neben dem eigentlichen Schachspiel verbindet sie Lernen und Training, Turniere und Wettbewerbe, Möglichkeiten für Trainer, Schachgemeinschaften, Nachrichten und weitere Inhalte.
Die Partnerschaft konzentriert sich daher nicht ausschließlich auf die Durchführung einzelner Online-Turniere. Ihr potenzieller Umfang ist größer: Es soll eine digitale Infrastruktur entstehen, in der Spieler nicht nur Partien spielen, sondern auch lernen, trainieren, an Wettbewerben teilnehmen und mit der Schachgemeinschaft interagieren können.
Warum das für die Commonwealth-Staaten wichtig ist
Das Commonwealth vereint Schachverbände aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Entsprechend können sich die vorhandene Schachinfrastruktur und der Zugang zu internationalen Wettbewerben von Land zu Land deutlich unterscheiden.
Digitale Werkzeuge können dabei helfen, einige dieser Entfernungen zu überbrücken. Ein Spieler in einem Land kann gegen einen Gegner aus einem anderen Land antreten, ein Trainer kann Schüler aus der Ferne betreuen und Organisatoren können Wettbewerbe veranstalten, ohne auf einen einzigen physischen Austragungsort beschränkt zu sein.
Die CCA sieht die Erweiterung solcher Möglichkeiten als eines der wichtigen Ziele ihrer Zusammenarbeit mit Chessveda. Der Verband betont außerdem seine Absicht, Möglichkeiten für Spieler unterschiedlichen Alters und verschiedener Spielstärken zu schaffen.
Eine neue Etappe für das Schach im Commonwealth
Für die CCA selbst stellt die Vereinbarung einen weiteren Schritt bei der Entwicklung ihrer digitalen Strategie dar. Gleichzeitig hat die Organisation 2026 ihre traditionellen Wettbewerbe weiterentwickelt. So fand beispielsweise die Commonwealth-Schachmeisterschaft 2026 in Sri Lanka statt, während die CCA Bharat Singh Chauhan im Mai für die Amtsperiode 2026–2030 erneut zum Vorsitzenden wählte.
Nun wird das traditionelle Turniersystem durch eine umfassendere digitale Komponente ergänzt.
Darin liegt die zentrale Idee der neuen Partnerschaft: Online-Schach wird nicht als separate Alternative zum klassischen Schach verstanden, sondern als zusätzliches Instrument zur Entwicklung der Schachbewegung.
Wie es weitergeht
Welche konkreten Turniere und Meisterschaften künftig stattfinden werden, muss noch festgelegt werden. CCA und Chessveda wollen gemeinsam Formate entwickeln, die Spielern, Trainern, Organisatoren und Schachgemeinschaften in den Commonwealth-Staaten zugutekommen können.
Die Vereinbarung wurde zu einem symbolischen Zeitpunkt unterzeichnet – während der 46. Schacholympiade in Samarkand, bei der Vertreter zahlreicher nationaler Verbände an einem gemeinsamen Schachort zusammengekommen sind.
Nun könnte das digitale Schachbrett zu einer Erweiterung dieses internationalen Dialogs werden. Wenn die angekündigten Initiativen umgesetzt werden, könnten Spieler im gesamten Commonwealth neue Möglichkeiten erhalten, zu konkurrieren, zu lernen und sich auszutauschen. Gleichzeitig könnte sich die geografische Reichweite des Schachs nicht nur durch Reisen, sondern auch durch den Einsatz moderner Technologien weiter vergrößern.