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Schach für 5000 Flüchtlingskinder: eine internationale Initiative

Schach als Instrument der Unterstützung: Initiative soll 5.000 Flüchtlingskindern Zugang zum Spiel ermöglichen

Schach verlässt zunehmend die traditionellen Turniersäle. Für die einen ist es Sport, für die anderen ein Bildungsinstrument. Für Kinder, die Vertreibung und Flucht erlebt haben, kann das Spiel dabei helfen, ein Gefühl von Stabilität, Gemeinschaft und einem Stück vertrauter Kindheit zurückzugewinnen.

Diese Idee steht im Mittelpunkt internationaler Projekte, die den Zugang zum Schach für Kinder aus Flüchtlingsfamilien erweitern wollen. Eines der bekanntesten Beispiele ist Chess for Protection, ein von der FIDE gemeinsam mit Partnern wie dem UNHCR umgesetztes Programm. Das Projekt wurde 2021 im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia gestartet und hat seine Reichweite seitdem schrittweise erweitert.

Warum Schach?

Für ein Kind, das seine Heimat verlassen musste, können alltägliche Aktivitäten eine weitaus größere Bedeutung haben, als es zunächst den Anschein hat. Ein Schachbrett bietet eine klare Struktur: Es gibt Regeln, eine Abfolge von Aktionen, Entscheidungen, die getroffen werden müssen, und die Möglichkeit, Fehler in Ruhe zu analysieren.

Die FIDE nennt unter anderem die Förderung von Konzentration, logischem und strategischem Denken, sozialen Fähigkeiten und dem psychischen Wohlbefinden junger Flüchtlinge als Ziele des Programms. Schach ermöglicht Kindern zudem, unabhängig von ihrer Herkunft oder sprachlichen Unterschieden miteinander in Kontakt zu treten.

Es geht daher nicht nur darum, einem Kind beizubringen, wie sich ein Springer bewegt oder wie man Schachmatt setzt. Das Ziel ist wesentlich umfassender: Es soll ein sicherer Raum geschaffen werden, in dem Kinder lernen, spielen und mit anderen interagieren können.

Die Erfahrungen mit Chess for Protection

Das Projekt Chess for Protection wurde 2021 von der FIDE und dem UNHCR in Kakuma ins Leben gerufen. An der Umsetzung sind außerdem die Lutheran World Federation, die Kenya Chess Federation und der Kakuma Chess Club beteiligt. Ursprünglich war das Programm darauf ausgelegt, rund 1.600 Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Weitere etwa 800 Menschen sollten indirekt davon profitieren.

Heute erreicht das Programm mehr als 2.300 Schülerinnen und Schüler an Grund- und weiterführenden Schulen in den Regionen Kakuma und Kalobeyei. Neben regulärem Schachunterricht umfasst das Projekt Turniere, Trainingsangebote, spezielle Aktivitäten für Mädchen sowie die Bereitstellung von Schachmaterial für Schulen und Gemeinschaftszentren.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Girls' Chess Club, der Schacheinheiten mit zusätzlichen Bildungs- und Mentoring-Angeboten verbindet. Dadurch dient das Spiel nicht nur als Sport, sondern auch als Plattform zur Entwicklung von Selbstvertrauen und sozialen Fähigkeiten.

Eine Chance für 5.000 Kinder

Das Ziel solcher Initiativen besteht darin, den Zugang zum Schach deutlich auszuweiten und Tausenden von Kindern, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, die Möglichkeit zu geben, das Spiel zu erlernen und regelmäßig zu spielen.

Wie wichtig die Ausweitung solcher Programme ist, zeigt sich insbesondere angesichts der Bildungsprobleme, mit denen vertriebene Gemeinschaften konfrontiert sind. Schachprogramme können deshalb Teil eines umfassenderen Unterstützungssystems werden. Sie ersetzen weder Bildung noch humanitäre Hilfe, schaffen aber eine zusätzliche Umgebung für Lernen, Kommunikation und persönliche Entwicklung.

Schach bietet dabei einen wichtigen praktischen Vorteil: Für den Einstieg ist keine komplexe Infrastruktur erforderlich. Ein Brett, Figuren, grundlegende Lehrmaterialien und eine Person, die den Unterricht organisieren kann, können bereits ausreichen.

Von Kakuma zur internationalen Schachbühne

Im Jahr 2026 erreichte das Programm eine weitere wichtige Entwicklungsstufe. Erstmals erhielten Spielerinnen und Spieler aus der Flüchtlingsgemeinschaft die Möglichkeit, bei der 46. FIDE-Schacholympiade in Samarkand als organisierte Teams anzutreten.

Nach einem Auswahlverfahren wurden fünf Männer und fünf Frauen für das Flüchtlingsteam ausgewählt. Die FIDE übernahm die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, lokale Transporte und Visa.

Dies zeigt, wie sich ein solches Programm entwickeln kann: von den ersten Schachstunden in einem Flüchtlingslager und Schulschachclubs hin zu Wettkämpfen und internationaler Repräsentation.

Das Schachbrett als Raum für neue Möglichkeiten

Der größte Wert solcher Projekte läss