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Die 11-jährige Bodhana Sivanandan ist die jüngste WGM der Geschichte

Die 11-jährige britische Schachspielerin Bodhana Sivanandan wird zur jüngsten Großmeisterin der Geschichte

Im Schach ist ein neuer Altersrekord aufgestellt worden. Die 11-jährige Bodhana Sivanandan aus England hat bei der 46. Schacholympiade in Samarkand ihre dritte und letzte Norm für den Titel der Woman Grandmaster (WGM) erfüllt. Damit ist sie die jüngste Spielerin der Geschichte, die die Voraussetzungen für den WGM-Titel erfüllt hat.

Für Sivanandan ist dies ein weiterer Meilenstein in einer außergewöhnlichen Entwicklung, die in den vergangenen Jahren zunehmend die Aufmerksamkeit der britischen und internationalen Schachszene auf sich gezogen hat.

Ein Rekord im Alter von gerade einmal 11 Jahren

Um den WGM-Titel zu erhalten, müssen Schachspielerinnen die von der FIDE festgelegten Anforderungen erfüllen. Dazu gehören die erforderlichen Normen sowie das Erreichen der vorgeschriebenen Elo-Zahl. Sivanandan erfüllte ihre letzte noch ausstehende Norm bei der Schacholympiade in Samarkand.

Damit stellte die 11-jährige Engländerin einen neuen Altersrekord auf: Noch nie zuvor hatte eine Spielerin die Voraussetzungen für den WGM-Titel in einem so jungen Alter erfüllt.

Sivanandans Erfolge gehen jedoch weit über diesen einen Rekord hinaus. Schon vor der Olympiade hatte sie eine beeindruckende Sammlung von Erfolgen im Jugendbereich vorzuweisen und entwickelte sich von einem vielversprechenden Talent zu einer der auffälligsten jungen Spielerinnen der internationalen Schachszene.

Von Jugendturnieren zu Rekorden im Erwachsenenbereich

Sivanandan begann während des Lockdowns im Jahr 2020, sich intensiv mit Schach zu beschäftigen. Bereits 2022 gewann sie bei den Europameisterschaften der Mädchen unter acht Jahren Silbermedaillen im Schnell- und Blitzschach.

Mit jedem weiteren Jahr wurden ihre Ergebnisse bedeutender.

Im Juli 2026 teilte die FIDE mit, dass Bodhana die jüngste Spielerin der Geschichte geworden war, die eine Norm für den Titel International Master (IM) erfüllt hat. Auch diese Leistung hatte historische Bedeutung, da sie einen Altersrekord übertraf, der lange mit dem Namen Judit Polgar verbunden war.

Nun kommt der WGM-Titel zu dieser beeindruckenden Liste hinzu.

Mit 11 Jahren britische Meisterin

Ein weiterer großer Meilenstein für Sivanandan war die Britische Meisterschaft 2026.

Bei dem Turnier an der University of Warwick wurde sie zur jüngsten britischen Meisterin der Geschichte. Im entscheidenden Tie-Break setzte sich Bodhana gegen die 14-jährige irische Spielerin Trisha Kanyamarala durch.

Dabei war dies keineswegs ein isolierter Erfolg. Im Jahr 2026 hatte Sivanandan bereits die Britische Frauen-Blitzmeisterschaft gewonnen und sich den Titel bei der Britischen Frauen-Schnellschachmeisterschaft geteilt. Mit ihrem Sieg im klassischen Schach gelang ihr damit eine bemerkenswerte „Triple Crown“ im britischen Frauenschach.

Vor Sivanandan gehörte der Rekord der jüngsten britischen Meisterin Elaine Pritchard, die 1939 im Alter von 13 Jahren den nationalen Titel gewann. Später kam auch Akshaya Kalaiyalahan diesem Rekord nahe, als sie 2013 kurz vor ihrem 12. Geburtstag den Titel holte. Sivanandan hat nun beide Rekorde übertroffen.

Die Olympiade in Samarkand eröffnet ein neues Kapitel

Bodhanas Auftritt bei der Olympiade ist besonders symbolträchtig. Schon vor Beginn des Turniers hatte die FIDE sie als eine der interessantesten Vertreterinnen der neuen Generation von Schachspielerinnen bezeichnet.

In Samarkand erhielt die 11-Jährige die Gelegenheit, auf der größten Mannschaftsbühne des Weltschachs anzutreten und gleichzeitig ihre eigenen historischen Ziele weiterzuverfolgen.

Genau hier erfüllte sie ihre dritte WGM-Norm.

Die Entwicklung ist bemerkenswert: Erfolge bei nationalen Jugendturnieren, Siege gegen erfahrenere Gegnerinnen, eine rekordverdächtige IM-Norm, der Titel der britischen Meisterin – und nun eine historische WGM-Norm.

Eine neue Generation des britischen Schachs

Sivanandans Aufstieg fällt mit einem weiteren bemerkenswerten Durchbruch im britischen Schach zusammen. Bei der Britischen Meisterschaft 2026 gewann der 17-jährige Shreyas Royal den Titel der Männer. Zuvor war er bereits zum jüngsten britischen Großmeister der Geschichte geworden.

Damit gingen die beiden wichtigsten nationalen Titel an Vertreter der neuen Generation.

Diese Entwicklung zeigt, wie schnell sich die Altersstruktur im Spitzenschach verändert. Junge Spielerinnen und Spieler treten immer früher gegen Erwachsene an, während außergewöhnliche Talente Rekorde aufstellen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.

Sivanandans Weg ist besonders bemerkenswert, weil sich ihre Erfolge nicht auf reine Jugendturniere beschränken. Sie etabliert sich zunehmend im Erwachsenenschach – bei nationalen Meisterschaften, internationalen Turnieren und nun auch bei der Schacholympiade.

Wie geht es für Bodhana Sivanandan weiter?

Der WGM-Titel ist ein wichtiger historischer Meilenstein, doch für die erst 11-jährige Sivanandan wirkt er eher wie ein weiterer Schritt als wie ein Endpunkt.

Besonders bemerkenswert ist, dass sie bereits eine IM-Norm erfüllt hat. Der offene Titel International Master ist nicht auf Frauen beschränkt und stellt damit eine weitere wichtige Perspektive für ihre Entwicklung dar. Die FIDE hat sie zudem als eine der herausragenden jungen Schachspielerinnen ihrer Generation hervorgehoben.

Ihre weitere Karriere könnte sich daher in verschiedene Richtungen entwickeln: höhere Titel, eine steigende Elo-Zahl, Auftritte bei den stärksten Erwachsenenturnieren und möglicherweise weitere Altersrekorde.

Für den Moment steht jedoch bereits ein neuer Eintrag in der Schachgeschichte fest: Bodhana Sivanandan ist die jüngste Schachspielerin, die jemals die Voraussetzungen für den Titel Woman Grandmaster erfüllt hat.

Und mit gerade einmal 11 Jahren könnte ihre Rekordgeschichte erst begonnen haben.