Andrei Jessipenko ist erstmals russischer Schachmeister
Andrei Jessipenko wird erstmals russischer Schachmeister – eine Runde vor Schluss
Die nationale Meisterschaft zu gewinnen, ist selbst für einen Großmeister, der regelmäßig auf internationaler Bühne spielt, ein besonderer Erfolg. Den Titel in der Heimatregion zu sichern, noch bevor die letzte Partie begonnen hat, macht ein solches Turnier zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Der 24-jährige Andrei Jessipenko hat zum ersten Mal in seiner Karriere die russische Schachmeisterschaft gewonnen. Beim Superfinale in Rostow am Don sicherte er sich bereits eine Runde vor Turnierende den ersten Platz. Für Jessipenko, der die Region Rostow vertritt, ist dieser Sieg ein wichtiger Meilenstein: Seine Erfolgsliste umfasst nun auch den wichtigsten nationalen Titel.
Ein starker Auftakt legte den Grundstein für den Sieg
Jessipenko begann das Turnier mit einem Sieg gegen Ernesto Inarkijew. Anschließend folgten Remis gegen Jewgeni Najer und Arseni Nesterow, bevor er Dmitri Kokarew und Iwan Popow besiegte. Ein Unentschieden gegen Alexei Goganow schloss die erste Turnierphase ab.
Damit ging er mit 4,5 Punkten aus sechs Partien – drei Siegen und drei Remis – in den Ruhetag. Dieser Auftakt brachte ihn an die Tabellenspitze und verschaffte ihm eine hervorragende Ausgangsposition im Titelkampf. Jessipenko blieb ungeschlagen und baute nach und nach einen Vorsprung auf seine Verfolger auf.
In einem Rundenturnier ist diese Beständigkeit besonders wertvoll. Jeder Teilnehmer spielt gegen alle anderen, und die Endplatzierung ergibt sich aus insgesamt elf Partien. Ein guter Tag kann einen Spieler in Führung bringen. Für den Meistertitel muss er sein Niveau jedoch über das gesamte Turnier hinweg halten.
Nach dem Ruhetag baute Jessipenko seinen Vorsprung aus
Jessipenko kehrte erfolgreich ans Brett zurück: In der siebten Runde besiegte er Wadim Swjaginzew.
Dieser Erfolg festigte seine Führung. Er erreichte 5,5 Punkte aus sieben Partien, während seine nächsten Verfolger, Jewgeni Najer und Dawid Parawjan, jeweils vier Punkte aufwiesen. Der Abstand von anderthalb Punkten ließ seinen Konkurrenten immer weniger Möglichkeiten, ihn noch einzuholen.
In der achten Runde spielte Jessipenko gegen Alexei Grebnew remis, in der neunten gegen Pawel Ponkratow. Nach neun Partien hatte er 6,5 Punkte auf dem Konto und noch keine Niederlage kassiert. Mit vier Siegen und fünf Unentschieden ging er in die entscheidende Turnierphase.
Diese Ergebnisse zeigen, was seine Leistung auszeichnete: Die Siege verschafften ihm den Vorsprung, die anschließenden Remis halfen ihm, ihn zu bewahren.
Der erste Meistertitel in der Heimatregion
Das Superfinale in Rostow hatte für Jessipenko eine besondere Bedeutung. Der gebürtige Nowotscherkassker spielte in der Region, die er bei Wettbewerben vertritt, und kämpfte vor heimischem Publikum um den Titel.
Ein Heimturnier kann zusätzliche Unterstützung bringen, weckt aber auch Erwartungen. Die Fans verfolgen jede Partie aufmerksam, und ein Favorit muss seiner Rolle Zug um Zug gerecht werden.
Jessipenko meisterte diese Herausforderung. Er sicherte sich seinen ersten russischen Meistertitel eine Runde vor Schluss. Die letzte Runde wurde damit von einer möglichen Entscheidungspartie zum abschließenden Auftritt des bereits feststehenden Champions.
Was ist das Superfinale der russischen Schachmeisterschaft?
An der offenen Konkurrenz des Superfinales der russischen Schachmeisterschaft 2026 nehmen zwölf Großmeister teil. Das Rundenturnier wird im Hotel Grand Rostov Hyatt Regency in Rostow am Don ausgetragen.
Die elfte und letzte Runde ist für den 12. Oktober angesetzt. Der Preisfonds der offenen Konkurrenz beträgt sieben Millionen Rubel. Der Sieger erhält außerdem ein Fahrzeug der Marke LADA vom offiziellen Automobilpartner des Turniers.
Für Jessipenko steht jedoch der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Ein nationaler Meistertitel ist das Ergebnis eines ganzen Turniers: Man muss sich gegen starke Konkurrenz behaupten, konzentriert bleiben und seine Chancen nutzen.
Ein Turnier, das in Erinnerung bleibt
Jessipenkos Sieg nahm Schritt für Schritt Gestalt an: ein überzeugender Auftakt, ein größerer Vorsprung nach dem Ruhetag und eine beständige Leistung, mit der er seine Führung in der Schlussphase verteidigte. Die Entscheidung im Titelrennen fiel für ihn schon vor dem letzten Turniertag.
Er kam als einer der Anwärter auf Gold nach Rostow am Don. Seine letzte Partie wird er bereits als russischer Meister spielen. Der erste nationale Meistertitel, gewonnen in seiner Heimatregion, wird zu den denkwürdigsten Erfolgen seiner Karriere zählen.